Ethiopian Roundtable und Cupping Caravan 2010

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Bevor ich über die Details und Erkenntnisse der Äthiopien Reise berichte, wollte ich noch einen kurzen Überblick zum Reiseverlauf geben.

4th Ethiopian Coffee Roundtable

Nach meiner Ankunft am 17. Februar in Addis Abeba fand der 4. äthiopische Roundtable statt, der Kaffee als zentrales Thema hatte. Er stand unter dem diesjährigen Leitgedanken: “Marketing and Promotion Opportunities of Ethiopian Coffee”. Der Roundtable sollte dazu dienen, den äthiopischen Kaffeehandel zu besprechen und die aktuellen Entwicklungen aufzuzeigen.

Cupping Caravan mobile roasting unit

Im Anschluss an den Roundtable fand der erste Cupping Caravan (Verkostungs Karawane) Äthiopiens in dieser Art statt. Mit mobiler Röst- und Verkostungsstation ging es in den Süden Äthiopiens. Der Cupping Caravan sollte die internationale Gruppe, bestehend aus 16 Mitgliedern aus fünf verschiedenen Ländern, in Kontakt mit lokalen Kooperativen und Kaffeefarmern bringen, um einen Dialog anzustoßen. Während des Cuppings Caravans wurde die Region Sidamo und hier im speziellen die Bauernverbände von Sidama und Yirgacheffee besucht. Bei jedem Stopp wurden mehrere Kaffees aus der Region verkostet und mit den Bauern über deren Erfahrungen gesprochen und versucht Fragen zu beantworten um von einander zu lernen.
Beide Unternehmungen, der Roundtable als auch der Cupping Caravan, wurden durch die USAID im Rahmen des “Ethiopia Agribusiness and Trade Expansion Activity” (ATEP) Programms initiiert und finanziert.

Ethiopian Cupping Cups

Hard Facts:

  • 13000 km Reiseweg
  • davon 12000 km mit Flugzeug, und 1000 km mit Auto
  • mind. 50 Kontaktaufnahmen zu Kooperativen und/oder Kleinbauern
  • 18 Vorträge
  • 9 Verkostungen mit mehr als 50 Kaffees
  • 6 Kohletabletten, dank Montesumas Rache
  • 4 Kaffeezeremonien
  • 1 einmaliges Erlebnis

Soft Facts:

  • Viele Gespräche mit Kleinbauern
  • Kennen lernen von Produktionsstätten des Kaffeeanbaus
  • Bessere Kenntnisse des äthiopischen Kaffeemarkts
  • Neue internationale Kontakte zu anderen Röstern
  • Viel leckerer Kaffee

In den folgenden Artikeln werde ich zum einen auf den Roundtable und die Änderungen im Kaffeehandel in Äthiopien eingehen. Zum anderen die allgemeinen Marktmechanismen besprechen. In einem weiteren Bericht soll dann der Cupping Caravan seinen Auftritt haben.

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Äthiopien Reise – Kaffeehandel an der ECX

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Äthiopien, Geburtsland des Kaffees und eines der afrikanischen Länder, das sein Los selbst in die Hand nimmt.

Hintergrund:

Die äthiopische Regierung und weitere Beteiligte haben im Jahr 2008 die ECX gegründet. ECX steht für Ethiopia Commodity Exchange, was auf deutsch eine Warenbörse (Produktenbörse) bezeichnet.

An der ECX werden verschiedene Agrargüter gehandelt, u.a. Kaffee, so dass Bauern ihre Güter an der Börse abliefern können, die dort anschließend zu einem festgesetzen Preis verkauft werden. Dies ermöglicht transparente Preise für Käufer und Verkäufer.

Mit Einführung der ECX hat sich viel im äthiopischen Kaffeehandel geändert, denn die ECX, so wie sie derzeit besteht, hat sowohl auf die Qualität als auch auf die Verfügbarkeit des Kaffees einen großen Einfluss ausgeübt.

Die Einführung der Börse hat für viel Gesprächsstoff in der Kaffeewelt geführt. Denn der ursprüngliche Nutzen – den Farmern in Äthiopien mehr Macht und ihnen die Möglichkeit zu geben ihre Produkte zu fairen Preise verkaufen zu können – ist zwar teilweise aufgegangen, aber durch die teils sehr restriktiven “Gebote” der Börse wurde in Fachkreisen von drastischen Einbrüchen im Kaffeeexport gesprochen.

Auswirkungen:

Für die Bauern bedeutet es teilweise bessere Erlöse für ihre Produkte. Dies trifft aber anscheinend hauptsächlich für andere Agaraprodukte als den Kaffee zu.

Für Importeuere und Röster macht dies, überspitzt ausgesprochen, die Verfügbarkeit der Sorten-Vielfalt zu nichte. Natürlich muss man erwähnen, dass diese Aussage unter der Prämisse des Spezialitätenkaffees gesehen werden muss. Die gute Nachricht ist, es wird an der Situation gearbeitet und es wird neue Wege geben, die hoffentlich zu aller Zufriedenheit beitragen. So ist eine “Direct Trade” Initiative angedacht, also direkter Handel “ausserhalb” der Börse.

Vor Ort:

Frei nach dem Motto “wenn einer eine Reise macht, dann hat er viel zu erzählen” werde ich kommende Woche nach Äthiopien reisen.

Die Reise soll dazu dienen ein besseres Verständnis für die dortige Situation zu bekommen, und um nicht immer nur auf Berichte aus zweiter Hand angewiesen zu sein. Ich werde in Addis Abeba an einem “Roundtable” teilnehmen, der lokale Interessensgruppen und externe Händler und Röster an einen Tisch bringt.

Anschließend führt mich die Reise noch zu den Kaffeeplantagen im Sidamo Gebiet.

Weitere Einzelheiten und Berichte zu diesem Thema folgen.

Zusätzliche Informationen:

Als Einstieg habe ich folgendes Video von einem TED Vortrag eingebunden. Der Vortrag wird von Eleni Zaude Gabre-Madhin gehalten, Mitbegründerin der ECX.

In den ersten 10 Minuten geht es um historische Vergleiche, um Beispiele von Börsen und um die Entwicklung Gesamtafrikas. Die letzten 10 Minuten handeln von der Ethiopia Commodity Exchange.

Viel Spaß beim Gucken.

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