Beim makezine.com findet man eine ganz interessante Appartur zum Kaffee kochen.

Diese Apparatur basiert auf der Vakuum-Methode. Hier fließt nicht das erhitzte Wasser von oben durch den mit Kaffeepulver gefüllten Filter, wie bei einer Filterkaffeemaschine, sondern das Wasser zieht entgegen der Schwerkraft nach oben.
(1) Erhitztes Wasser wird also nach oben in den Kolben gezogen, in dem sich das Kaffeepulver befindet.
(2) Anschließend durchmischt sich das Pulver mit dem Wasser.
(3) Stellt man die Wärmequelle ab entsteht im unteren Kolben ein Vakuum, welches das Gemisch nach unten zieht und den fertigen Kaffee produziert.
Dies ermöglicht eine gute Durchmischung von Kaffeepulver und Wasser, was einen runden und geschmacklich vollmundigen Kaffee entstehen lässt.
Und der Show-Effekt ist ja auch nicht von der Hand zu weisen.
In Deutschland ist der Bodum Santos bzw. Pebo Kaffeebereiter die bekannteste Maschine, die diese Methode nutzt.
Ein PDF als Bastel-Anleitung gibt es auch.
Und wer sich nicht die Arbeit machen will die ganzen Kleinteile zusammenzukaufen, kann das komplette Paket bei Avogrados für 195$ bestellen.
Hier die Funktionsweise auch in einem Video erläutert:

2 comments
Flo, aka der Verfahrenstechniker says:
Apr 2, 2010
Das Prinzip ist ja nicht so wild. Wobei das ganze Vakuum-Kaffee-Macher (oder wie auch immer) ist ein bisschen übertrieben. Das Gas über dem Wasser wird erhitzt und dehnt sich aus, daraufhin steigt der Druck und die Flüssigkeit wird durch das Steigrohr nach oben gedrückt. Wenn der Druck wieder kleiner wird, weil sich das Gas beim abkühlen zusammenzieht, läuft das Wasser (als Extrakt-Konzentrat) wieder zurück. Ist nichts anderes als diese “Espresso-Kannen” die aus einem Wassertank und der oberen Kanne bestehen, die auf die Herdflamme kommen. Identisches Prinzip.
Ist also eine flüssig-fest Extraktion. Wird also – im Gegensatz zum Espresso, bei dem es eine gas-fest Extraktion ist – seeeeeehr stark konzentriert an mehr oder weniger löslichen Kaffeeinhaltsstoffen sein. Wegen der hohen Kontaktzeit. Wird nur Dampf mit hohem Druck durch das Pulver gejagt, ist der Kontakt geringer, die Temperaturen können unter Druck höher gefahren werden und es werden mehr Stoffe gelöst, die sich bei erhöhter Temperatur gut lösen.
Wie dem auch sei: Der Kaffee wird stärker und wohl schwerer reproduzierbar sein, als ein ordinärer Filterkaffee. Schmeckt bestimmt wie geschissen, ist aber ein nettes Gadget.
dominik says:
Apr 6, 2010
Hallo Flo,
bei den beiden von dir angesprochenen Methoden unterscheiden sich die finalen Getränke durchaus. Mit der Espresso-Kanne bekommst du eine Emulsion bzw. Suspension, da sich Wasser mit den Ölen des Kaffees vermischt und auch Kleinteilchen aus dem Pulver gelöst werden. Bei der Vakuum-Methode sprechen wir von einer Lösung, da sich Wasser mit dem Kaffeepulver mischt und dann durch einen Filter getrennt wird.
Das Einzige, was die beiden Methoden vereint, ist das Erhitzen des Wassers, das durch den Druck des Wasserdampfes in das jeweilige zweite Gefäß gedrückt wird. Bei der Espressokanne verbleibt das fertige Getränk in der oberen Hälfte der Kanne. Bei der Vakuum-Methode findet nach Abstellen der Hitzequelle eine Abkühlung im unteren Gefäß statt. Es entsteht ein Vakuum. Das fertige Getränk wird durch einen Filter heruntergezogen und vom übrig bleibenden Kaffeesud getrennt.
Was die Stärke, bzw. Konzentration des finalen Getränks angeht, so unterscheiden sich die beiden Methoden – Vakuum und Espresso-Kanne – auch bei dem gewählten Mahlgrad. Je feiner der gemahlenen Kaffee ist, desto größer ist die Oberfläche und die Möglichkeit für das Wasser Stoffe aus dem Kaffee zu lösen. Bei der Espresso-Kanne ist daher das Kaffeepulver meist feiner gemahlen, da die Kontaktzeit kürzer ist. So können in kürzerer Zeit mehr Stoffe aus dem Kaffee gelöst werden.
Die Reproduzierbarkeit ist natürlich von den gewählten Parametern abhängig und je konstanter diese sind, desto vergleichbarer die Ergebnisse. Ob die Ergebnisse bei einer “ordniären” Kaffeemaschine z.B. mit vorgemahlenem, nicht frisch gemahlenem Kaffee, und bei unterschiedlicher Luftfeuchtigkeit reproduzierbar sind, stehe ich fraglich gegenüber.
Ich bin aber für alle überzeugenden Argumente empfänglich.
Viele Grüße
Dominik